Viktor Pipal

Viktor Pipal wurde am 29. November 1887 in Šamac in Bosnien geboren. 1893 kam er nach Bruck an der Leitha und erhielt Zugang zur klassischen Musik als Mitglied eines Knabenorchesters. Musisch begabt, wurde er zunächst Lehrer. Während seiner Freizeit besuchte er Mal- und Zeichenkurse, später Seminare an der Wiener Kunstgewerbeschule und an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien.

Zu seinen frühen Motiven zählen die Wiener Vorstädte wie Ottakring, Hernals und Döbling. Dies brachte ihm auch die Bezeichnung des Vedutenmalers der Wiener Vorstädte ein. Viktor Pipal arbeitete aber nicht nur als Landschaftsmaler, sondern auch als Porträtist und Stilllebenmaler. Nach 1926 widmete er sich Malexperimenten im Zusammenhang mit Musik und fertigte musikalische Graphiken.

1930 wurden seine Werke erstmals im Waldmüllerbund vorgestellt. 1934 stellte Pipal erstmals im Künstlerhaus aus, nur drei Jahre später wurde er Mitglied der Vereinigung. Ab 1941 war er als freischaffender Künstler tätig.

1943 erhielt er den Österreichischen Staatspreis. 1949 wurde er mit der Großen Ehrenmedaille geehrt und im selben Jahr wurde ihm der Professorentitel verliehen. Ab 1948 gehörte er dem Beirat des Unterrichtsministeriums für Angelegenheiten der bildenden Kunst an. 1957 überreichte man ihm den Goldenen Lorbeer der Wiener Secession.

Stilistisch unverkennbar ist seine auf grau-rot-blaue Farbtöne beschränkte Palette, eine Ton-in-Ton-Malerei, mit der er sich dem Problem des Lichts, der kühlen Tonigkeit zwischen Tag und Nacht und der dämmernden Wintertage widmet. Eine zentrale Rolle spielt die Dramatik zwischen Lichtnuancen und der Dunkelheit. So sind Pipals Darstellungen niemals idyllisch oder romantisch, sondern musikalisch.

Viktor Pipal verstarb am 8. Dezember 1971 in Wien.