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Die Ausstellungen, zu
denen jeweils ein eigener
Katalog
erscheint, sind vom 2. Juli bis
2. Oktober geöffnet. |
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Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag
von 15.00 - 19.00 Uhr |
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Bilder auf Sommerfrische - Aus der
Sammlung der Oesterreichischen Nationalbank
von Faistauer bis Thöny (2011) |
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Die diesjährige Ausstellung
des Museums präsentiert eine Auswahl an
Leihgaben aus der umfangreichen Sammlung der
Oesterreichischen Nationalbank. Bedeutende Werke
österreichischer Zwischenkriegs-Künstler von
Anton Faistauer, Carl Moll, Albert Paris
Gütersloh und Albert Birkle bis zu Malern der
Zinkenbacher Malerkolonie wie Ernst Huber und zu
Größen wie Wilhelm Thöny, Carry Hauser, Erika
Giovanna Klien und Viktor Planckh.
Dem Besucher wird ein spannender,
vielschichtiger Einblick in diese besondere
Zeitspanne der österreichischen Geschichte und
das breite Spektrum der künstlerischen
Reaktionen gewährt. Angesichts der damals
herrschenden politischen Wirren, der Hungersnot
und allgemeinen Hoffnungslosigkeit, sieht man
die friedliche Schönheit mancher Bilder mit
anderen Augen. Die Ausstellung lädt den Besucher
ein, sich zunächst auf die Beschaulichkeit der
ganz privaten Blumenbetrachtung einzulassen, um
den Blick dann langsam zu weiten, über
Landschaften und Städteansichten bis hin zur
Vision der Metropole New York. Im dritten Raum
wird die beeindruckende Spannweite der
künstlerischen Avantgarde- Strömungen der Zeit
vor Augen geführt, vom Kubismus und malerischen
Expressionismus, über die Neue Sachlichkeit bis
zum Wiener Kinetismus und Futurismus. |
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Ludwig
Heinrich Jungnickel
"Blick auf Positano" |
Robert Kloss
"Amaryllis" |
Albert Paris
Gütersloh
"Stillleben mit Pfirsichen" |
Carry Hauser
"Der Judaskuss" |
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©
Oesterreichische Nationalbank (OeNB) |
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Vergangenes:
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Alfred Gerstenbrand - Ein Maler und St.
Gilgen (2010) |
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Alfred Gerstenbrand
Kirtag in St. Gilgen, 1966
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Als Josef Hoffmann den jungen
Malern des beginnenden 20. Jahrhunderts Mut
zusprach, "etwas Neues" zu machen, beteiligte
sich Alfred Gerstenbrand mit der Einreichung
eines Porträts seines Malerkollegen Anton Kling
an der Kunstschau 1908. Diese wurde anlässlich
des 60-jährigen Regentenjubiläums Kaiser Franz
Josefs in Wien, initiiert durch Gustav Klimt,
veranstaltet.
Es war sodann kein geringerer als dieser Gustav
Klimt, der das zeichnerische Talent des jungen
Alfred Gerstenbrand würdigte und ihm empfahl,
seine Ausbildung in Paris weiter zu
vervollkommnen. Wahrscheinlich war das auch
ausschlaggebend an der Weiterentwicklung, der in
die Wiege gelegten Fähigkeit zu arbeiten. Obwohl
schon der Großvater mütterlicherseits sein
Talent erkannte und ihn bereits als Vierjährigen
im Zeichnen forderte, sollte Alfred die
militärische Laufbahn einschlagen. Das
kaiserliche Heer hatte allerdings kein
Interesse, ihm einen Platz für die begehrte
Offiziersausbildung anzubieten. Trotzdem meldete
Gerstenbrand sich 1901 als
Einjährig-Freiwilliger zur Reiterausbildung und
wurde ein Jahr später als Korporal ausgemustert.
So ging es zurück ins Finanzministerium, wo er
schnell als begabter Zeichner auffiel. Vor allem
durch Skizzen und kleine Karikaturen von
Kollegen und Vorgesetzten machte er sich viele
Freunde. Bald tat er sich mit seinen ehemaligen
Künstlerkollegen im Rahmen eines gemeinsamen
Ateliers zusammen und entwickelte vor allem in
den Bereichen Grafik und Karikatur sein Talent
weiter.
Im ersten Weltkrieg wurde Alfred Gerstenbrand
dann doch gebraucht und schnell bis zum
Oberleutnant befördert. Seine Zeichnungen, die
er im Auftrag des Generalstabs in den Gebieten
der Südflanke der Monarchie anfertigte, waren
wichtige Unterlagen für die Heeresleitung. Seine
Reisen führten ihn dabei bis nach Griechenland.
In dieser Zeit - während und nach dem Ersten
Weltkrieg war Gerstenbrand mit vielen Künstlern
in Wien befreundet.
Schon bald nach dem Krieg entdeckte Gerstenbrand
das Salzkammergut und kam, wie so viele
Künstler, vor allem auf "Sommerfrische" in die
Gegend um St. Gilgen. Seine künstlerische
Entwicklung in diesen Jahrzehnten war intensiv.
Reisen nach Frankreich, Italien, Ägypten usw.
nützte er, um seine Eindrücke von Land und
Leuten bildlich festzuhalten.
Als sich die Künstlerkolonie um Ferdinand Kitt
in Zinkenbach (heute Abersee) am Wolfgangsee
bildete, war auch er immer wieder als
Malerkollege dort. Man kann ihn allerdings nicht
zum Kern dieser Künstlergilde zählen. Im
Unterschied zu ihnen beobachtete Gerstenbrand in
seinen Bildern viel mehr den Menschen und
stellte ihn in all seinen Facetten dar, während
sich die "Zinkenbacher" im Wesentlichen der
Landschaftsmalerei widmeten.
Die Zeit zwischen 1920 und 1950 war sicherlich
die qualitativ bedeutendste Schaffensperiode
Alfred Gerstenbrands. Die großen Bilder dieser
Zeit sind es auch, die in den Museen zu finden
sind.
So gesehen gibt die Sommerausstellung nur in
einen kleinen, bescheidenen Teil seines Oeuvres
Einblick. U. a. zeigt sie zahlreiche Arbeiten,
die den vielen Freunden zum Geschenk gemacht
wurden, ohne dass er einen wirtschaftlichen
Nutzen daraus gezogen hätte. Seine
wirtschaftliche Existenz war durch seine
diversen Pensionsbezüge ausreichend abgedeckt.
So konnte er seine Bilder gestalten, wie es ihm
Freude machte. Die überwältigende Anzahl an
Bildern, die sich im Besitz vieler seiner
Freunde in und um St. Gilgen und Wien finden,
sind Geschenke, mit denen er die Zuneigung, die
man dem liebenswürdigen Künstler und Menschen
entgegenbrachte, erwiderte. |
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Ernst August von Mandelsloh (1886 –
1962) - Der Zerrissene
(Ausstellung 2009) |
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Ernst August von Mandelsloh
Der Wolfgangsee
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Als Ernst August Freiherr von
Mandelsloh im Jahre 1962 stirbt war er bereits
von der Kunstwelt weitgehend vergessen worden.
Und bis heute ist er den wenigsten ein Begriff.
Dabei war er fester Bestandteil des kulturellen
Geschehens der Zwischenkriegszeit sowohl in
Deutschland als auch in Österreich.
Mandelsloh wurde am 18. Juli 1886 in Wels
geboren. Er war vorrangig als Graphiker tätig
und bildete sich hier überwiegend autodidaktisch
fort. Vorerst Fliegeroffizier, betätigte er sich
seit dem Jahre 1919 als Künstler, angeregt durch
Kurt von Unruh und Max Beckmann. Nach ersten
Anfangsschwierigkeiten wurde er ab dem Ende der
20er Jahre immer wieder mit Aufträgen betraut,
die in der Hauptsache die Porträtierung von
Industrieanlagen und Werksgeländen großer
Unternehmen betrafen. Von 1931 bis 1939 war er
Mitglied der Wiener Sezession und erhielt 1932
den österreichischen Staatspreis. Unter anderem
stellte auf der Ausstellung "Berge und Menschen
der Ostmark" im Künstlerhaus, Wien 1939 aus. Von
1941 bis 1942 war er Professor für
Aquarellmalerei und Kunsterziehung an der Wiener
Akademie. Die Bedeutung von Mandelsloh erschließt sich
aber nicht nur von der künstlerischen Seite. Als
Landesleiter für Bildende Künste im Gau
Oberdonau und auch als „Berichtsverpflichteter“
des Heydrichschen SS-Sicherheitsdienstes zu
„Interventionen“ spielte er kunstpolitisch in
der NS-Zeit eine Rolle, die ihn immer wieder in
sehr zwiespältige Situationen versetzte. Immer
wieder setzte er sich für einige Kollegen ein
wie z.B. Sergius Pauser oder auch Alfred Kubin
und prangerte die Situation der Kunst wie der
Künstler an. Vor allem als jemand der dem
Deutschen Expressionismus inhaltlich zugetan
war, stellte er sich gegen die offizielle
Beurteilung von „entarteter“ Kunst. Selbst ist
er in seinen Werken stilistisch eher der neuen
Sachlichkeit zuzuordnen.
Als Mitglied der Zinkenbacher Malerkolonie war
er über Jahre eng mit der Region Wolfgangsee
verknüpft. Aber auch seine Tätigkeit als
künstlerischer Werkstattleiter der
Keramikmanufaktur Schleiss in Gmunden festigten
seine Freundschaften mit Franz von Zülow oder
auch Ernst Huber.
Sowohl die künstlerische Einordnung und eine
Würdigung seines Schaffens ist das Ziel der
Ausstellung 2009. Dabei darf der
historisch-politische Aspekt nicht außer Acht
gelassen werden. |
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Der Wolfgangsee - Ideal einer
Landschaft (2008) |
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Überfahrt am Wolfgangsee,
Matthias Ranftl
Giese und Schweiger, Wien |
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Die
Sommerausstellung 2008 des Museums
Zinkenbacher Malerkolonie widmete
sich den Darstellungen des
Wolfgangsees und seiner Landschaft.
Das gesamte Salzkammergut, darunter
auch der Wolfgangsee, übte seit
jeher mit seiner romantischen
Landschaft auf Kunst- und
Kulturschaffende einen besonderen
Reiz aus.
Die Landschaft war Zufluchtsort
städtischer Betriebsamkeit und
ideales Sujet für Künstler, einige
darunter gehören zu den größten
österreichischen Malern des 19. und
20. Jahrhunderts.
Die Ausstellung
zeigt Bilder dieser Künstler vom See
und seiner Ortschaften, natürlich
wird auch die Zinkenbacher
Malerkolonie mit Werken von u.a.
Ernst Huber, Ferdinand Kitt oder
Lisl Engls vertreten sein.
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Gudrun Baudisch zum 100. Geburtstag
(2007) |
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Damenköpfe, 1932
Keramik,
Privatbesitz

Pferdchen, 1965
Keramik,
Privatbesitz

Torso, ca. 1975
Keramisches Relief
Privatbesitz |
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Gudrun Baudisch wurde am
17. März 1907 als Tochter eines Landarztes
in Pöls ob Judenburg geboren, ihre
Jugendzeit verbrachte sie in Unzmarkt. Früh
zeichnete sich ihr kreatives Wesen und ihre
gestalterische Freude ab, der Wunsch,
Bildhauerin zu werden, nahm immer konkretere
Formen an. Die Eltern zeigten dafür
Verständnis; sie ermöglichten der Tochter
eine Ausbildung an der „Österreichischen
Bundeslehranstalt für das Baufach und
Kunstgewerbe“ in Graz, zunächst in der
Bildhauerklasse von Wilhelm Gösser, hierauf
drei Jahre in der Keramikklasse bei Hans
Adametz. Die spätere Polarität in ihrem
Schaffen: Bildhauerei – Keramik kündigte
sich damals bereits an.
1926 gelang Gudrun Baudisch die Aufnahme in
die Entwurfsabteilung für Keramik an der
Wiener Werkstätte, vorerst als Volontärin,
bald darauf jedoch mit fixer Anstellung.
Diese Zeit, die Zusammenarbeit mit den
wichtigsten Keramikerinnen (es waren in der
Tat hauptsächlich Frauen), vor allem mit
Vally Wieselthier, sollten die junge
Künstlerin nachhaltig prägen. Damals
entstanden zahlreiche ihrer berühmten
„Köpfe“ und andere Originalkeramiken, sowie
Lampenfüße oder Kakteenschalen, welche in
kleinen Serien erzeugt wurden. Über die
Wiener Werkstätte lernte sie neben Joseph
Hoffmann auch viele andere bedeutende
Künstler kennen. Einer davon war Clemens
Holzmeister, der Gudrun Baudisch für seine
städtebaulichen Planungen in Ankara gewinnen
konnte. Die junge Keramikerin begleitete ihn
in die Türkei, wo sie für das Palais Kemal
Atatürk verschiedene baudekorative Elemente
und Stuckdecken schuf. Zeitlebens hat
Baudisch immer wieder mit Holzmeister
zusammengearbeitet; sei es bei
Kirchenbauten, wie in Bregenz-Vorkloster
(1931), Wien-Neufünfhaus (1934) oder
Zwölfaxing (1967), um nur einige zu nennen,
oder bei öffentlichen Bauten, wie etwa dem
Großen Festspielhaus in Salzburg (1959/60).
Eine tiefe persönliche Freundschaft verband
die Familien.
Ab 1936 erhielt Gudrun Baudisch etliche
Aufträge für große Stuckdecken in Berlin. Im
Zuge ihrer Tätigkeiten lernte sie Karl-Heinz
Wittke kennen. Die beiden heirateten 1940.
Bereits 1937 hatte Gudrun Baudisch ein Haus
in Hallstatt erworben. Hierher kam sie nach
Kriegsende, hier begann mit der Gründung der
„Hallstätter Keramik“ ein völlig neuer
Lebensabschnitt. Praktisch aus dem Nichts
und mit Nichts entstanden die ersten
Tonwaren. Für den notwendigen Gewerbeschein
legte Gudrun Baudisch 1947 die
Meisterprüfung ab. In Hallstatt entstanden verschiedenste
Gebrauchskeramiken, Geschirre, kleine
Souvenirs, Ofenkacheln, und vieles mehr.
Besondere Herausforderungen stellten
Großaufträge dar, wie die kompletten
Speiseservice für das „Weiße Rössl“ in St.
Wolfgang und das Belgische Königshaus. Es
waren arbeitsintensive aber auch
gewinnbringende Zeiten. Zahlreiche Lehrlinge und Gesellen wurden in
Hallstatt ausgebildet. Als wohl
prominentester unter ihnen ist Franz Josef
Altenburg zu nennen. 1978 übergab Gudrun
Baudisch die „Hallstätter Keramik“ an Erwin
Gschwandtner, dessen Söhne heute den Betrieb
führen.
Eine wichtige Zusammenarbeit ergab sich ab
1968 mit Johannes Fürst Hohenberg, dem
damaligen Besitzer der „Gmundner Keramik“,
mit der „Gruppe H“ (für Hallstatt, Hohenberg),
für die sie zahlreiche Gebrauchskeramiken
und Keramikfiguren entwarf.
In ihren letzten Jahren widmete sich Gudrun
Baudisch vor allem wieder der künstlerischen
Keramik. Ihre Lieblingstechnik war und blieb
der freie, hohle Aufbau großer, manchmal
überdimensionaler Objekte aus Ton, die
naturalistisch anmutend wie ihre
Tierplastiken oder völlig abstrakt wie die
„Torsi“ sein konnten. Ein kleines Atelier in
Salzburg und eine Wohnung am
Universitätsplatz ermöglichten ihr
Aufenthalte in der Festspielstadt und freie
künstlerische Entfaltung. Eine weitere
Facette ihres Schaffens bildeten Aquarelle
mit duftigen Blumengebinden und zarten
Landschaften, wobei sie stets bedauerte,
viel zu selten zum Malen zu kommen. Bis zu
ihrem Lebensende blieb Gudrun Baudisch aktiv
und kreativ. Sie starb am 16. Oktober 1982. |
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PARNASS Kunstmagazin -
www.parnass.at |
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Künstlerfreundschaften - Die Welt ist ein
Dorf (2006) |
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Künstlerfreundschaften -wohl
kein anderes Thema für eine Ausstellung lässt
eine so große Bandbreite an unterschiedlichen
Persönlichkeiten zu, die einander aus
vielfältigen Gründen zugetan sind bzw. waren.
Und ebenfalls kein anderes Thema birgt die
Gefahr in sich, in dem dichten, umfangreichen
Beziehungsgeflecht den Faden zu verlieren. Da
werden Maler, Bildhauer, Schauspieler, Musiker,
Journalisten, Philosophen, Politiker und
Wissenschafter oberflächlich betrachtet zu einer
homogenen Masse und niemand wagt es die näheren
Beweggründe ihrer Verbundenheit zu beleuchten.
Oftmals sind es Freundschaften, die uns abwegig
erscheinen und manchmal sind wir erstaunt, wie
einfach zu erkennen der gemeinsame Anhaltspunkt
doch eigentlich ist. Dass daraus ein Netzwerk
gesponnen werden kann, das letztendlich den
Bogen von Egon Schiele bis Grandma Moses ebenso
spannt, wie von Elisabeth Bergner zu Richard
Mayr, erscheint auf den ersten Blick vielleicht
übertrieben. Aber es dokumentiert nicht nur die
Strahlkraft einer Künstlergruppe der
Zwischenkriegszeit, sondern auch ein verändertes
Verhältnis zu Freunden allgemein.
Heute erscheint es wichtiger Beziehungen zu
haben, um auf der Karriereleiter voranzukommen
als Freundschaften zu pflegen. Dass Freundschaft
aber ein kreatives Prinzip zwischen Konkurrenz
und gegenseitiger Inspiration bereits damals
war, wird ebenfalls an einfachen Beispielen
klar. |
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Ausstellungseröffnung am 1. Juli
2006 |
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Künstlerleben
1945-1955 - Zwischen Last und Hoffnung
(2005) |
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Sergius Pauser
Unterzeichnung des Staatsvertrages, 1956
Albertina Museum |
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Mit dem Jahr 1945 war die
Geschichte der Zinkenbacher Malerkolonie im
Grunde genommen längst Vergangenheit. Denn
bereits 1938 bedeutete der Weggang eines
Großteils der Künstler das Ende jener
Künstlergruppe, die bestimmt war von
persönlichen Verbindungen und
Freundschaften.
Ein Anknüpfen an die Zeit vor dem Anschluss
Österreichs war aus mehreren Gründen
undenkbar. Die Lebenswege der Freunde hatten
sich so weit auseinander entwickelt, dass
ein Zusammentreffen in Zinkenbach unmöglich
erschien. Für jene, die im Ausland eine
Karriere und Existenz aufgebaut hatten, war
in den ersten Jahren nach dem Krieg an
Rückkehr noch nicht zu denken. Für
diejenigen, die geblieben waren, bedeuteten
die ersten Jahre meist große Anstrengungen
um inmitten schlimmster Bedingungen zu
überleben.
Geprägt von den Ereignissen der Jahre
1938-45 setzte jeder von ihnen zwar seine
künstlerische Entwicklung fort, allerdings
muss bedacht werden, dass die meisten von
ihnen bereits an die 60 Jahre alt waren. Sie
setzten alles daran, möglichst schnell
wieder Strukturen zu schaffen, die ein
aktives Kulturleben gewährleisteten. Sie
wurden Lehrer einer neuen Generation,
organisierten Ausstellungen und konnten in
ihrer Spätphase auf Künstlerleben
zurückblicken, die zwei Weltkriege,
Wirtschaftskrisen und politische Wenden
mitgemacht hatten.
Den vielfältigen Aspekten solcher Schicksale
war die Ausstellung "Künstlerleben
1945-1955" des Museums Zinkenbacher
Malerkolonie gewidmet. |
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Albertina -
www.albertina.at |
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Georg Ehrlich - Von der
Zeichnung zur Bronze (2004) |
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Benjamin Britten
Bronze, 1950-52
The Red House, Aldeburgh,
Suffolk |
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Die Sommerausstellung
2004 ist erneut einem jüdischen Mitglied der
Zinkenbacher Malerkolonie gewidmet. Wie
Lisel Salzer (Sommerausstellung 2003) wurde
auch Georg Ehrlich gezwungen Österreich zu
verlassen. Ehrlich nahm einen Auftrag in
England im Jahre 1937 zum Anlass nicht mehr
in die umheimliche Heimat zurückzukehren.
Seine Frau, die Malerin Bettina
Bauer-Ehrlich folgte ihm ein Jahr später
nach, wobei es ihr gelang, einen Großteil
seiner Arbeiten in die Emigration zu retten.
Georg Ehrlich, dessen bildhauerisches Talent
bereits vor seinem Eintritt in die
Kunstgewerbeschule von einem seiner späteren
Lehrer Oskar Strnad erkannt worden war,
beginnt zunächst mit Zeichnung und Graphik.
Hauptwerk dieser Jahre ist ein
lithographischer Bibelzyklus, darin er die
Schrecken des 1. Weltkrieges, an dem er als
junger Fähnrich teilgenommen hatte,
aufarbeitete,. Dem eindrucksvollen Zyklus
ist ein eigener Bereich der Ausstellung
gewidmet.
Ab dem Jahr 1926/27 entstehen erste
Bronzeplastiken, wobei dem Portrait von
Freunden der Vorzug gilt: Das
Kunsthistorikerpaares Hans Tietze und Erica
Conrat-Tietze, die Schauspielerin Elisabeth
Bergner, der Malerfreund aus Zinkenbacher
Tagen Georg Merkel oder die Tänzerin Grete
Wiesenthal, um nur einige zu nennen, mit
deren inneren und äußeren Erscheinungsbild
sich Ehrlich wiederholt zeichnerisch wie
plastisch auseinandersetzt. Nicht zuletzt
fertigt er zahlreiche Portraits von seiner
schönen Frau Bettina. Mit ihr verbringt er
auch die unbeschwerten Sommertage am
Wolfgangsee. Dort lernen die beiden auch die
junge Lisel Salzer kennen, die dem Ehepaar
eine langjährige Freundin sein wird. Georg
Ehrlich zeichnet die junge Malerin im Sommer
1932.
Die malerische Landschaft des Salzkammerguts
hält Ehrlich in Aquarellen fest, Bilder, die
ihm Entspannung von seiner sonstigen,
künstlerischen Arbeit bedeuten. In den Höfen
und Feldern von Zinkenbach entstehen auch
zahlreiche Tierstudien, von denen er einige
später in England in Bronzen umsetzt. Diesen
Tierbronzen ist ein weiterer Bereich der
Ausstellung gewidmet. Eine "Knabbernde
Ziege" erinnert in amüsanter Weise an die
Sommer am Wolfgangsee: Weil seine
Quartiergeberin es skandalös fand, daß
Ehrlich dauernd nackte Frauen und Mädchen
malte - ohnehin meist seine Frau - wollte
sie den Künstler kein zweites Mal mehr bei
sich im Hause haben. Ehrlich konnte sie
jedoch mit einem Portrait ihrer
Lieblingsziege versöhnen und damit sein
Sommerquartier für die folgenden Jahre
sichern.
Mit der Emigration nach England entgingen
die Ehrlichs zwar dem Schlimmsten, doch war
ihre Existenz keinesfalls unbedroht. Georg
Ehrlich wurde 1940/41 als "feindlicher
Ausländer" interniert und von seiner Frau
getrennt. Die Bedrohung des eigenen Lebens
und die deutschen Luftangriffe auf England
prägen sein zeichnerisches und plastisches
Werk dieser schwierigen Jahre. Zu den
eindrucksvollsten Arbeiten zählt das Bild
einer Mutter mit ihrem von Bomben getöteten
Kind, das als moderne Pieta von der Ergebung
in das unveränderbare Schicksal handelt. Der
"feindliche Ausländer" Ehrlich erhält zu
Kriegsende den für einen Emigranten aus
Feindesland vielleicht ehrenvollsten
Auftrag: Das Mahnmal zur Erinnerung an
Zerstörung von Coventry. "Pax" nennt Ehrlich
die weibliche Liegefigur, die aus diesem
Anlass schafft. Versöhnlicher kann
Kriegserinnerung kaum ausfallen. |
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Kunsthandlung Widder -
www.kunsthandelwidder.com |
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Lisel Salzer - Ein Künstlerleben zwischen
Wien und Seattle (2003) |
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Drei Kinder, 1931 MZMK
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Lisel Salzer, (1906 -
2005) war die letzte Künstlerin aus dem
Kreis der Zinkenbach Kolonie. Seit ihrer
Emigration 1939 lebte die gebürtige Wienerin
in den Vereinigten Staaten. Mehrere
Stationen führten sie zusammen mit ihrem
Mann von New York über Maine, Arizona und
San Francisco nach Seattle, wo die sie bis
zu ihrem Tod 2005 wohnte. Als Schülerin
Ferdinand Kitts, Verehrerin Josef Dobrowskys
und Freundin Hilde Spiels und des Ehepaars
Ehrlich kam Lisel Salzer in ihrer Jugend
bereits an den Wolfgangsee, 1932
wahrscheinlich erstmals nach Zinkenbach.
Hier entstanden zahlreiche Landschaften in
Aquarell, während in ihrem sonstigen Werk
das Ölportrait dominiert.
"Von den letzten Dingen" meint eine kleine
Auswahl dieser Aquarelle, die, sorgsam
gezeichnet, von dem sonst flotten Stil der
Salzer abstechen. Es handelt sich um
photographische Aufnahmen aller vertrauten
und geliebten Plätze der Heimat, die die als
Jüdin Verfolgte kurz darauf verlassen mußte.
Tatsächlich entstanden die betreffenden
Ansichten alle in den letzten Monaten vor
dem Exil.
"Von den ersten Dingen" erzählen die Bilder
nach der Ankunft in New York. Es sind Bilder
aus dem glücklichsten Blickwinkel auf die
neue Welt. Der Blick aus dem Fenster der
Einzimmerwohnung, die Lisel Salzer mit ihrem
Mann bewohnt ist so heiter und unbeschwert,
wie die zahlreichen Schnellportraits, die
sie in den New Yorker Tagen anfertigt. Nicht
nur die Physiognomie der Menschen scheint
gewandelt, sondern auch der Blick der
Künstlerin auf sie. Lisel Salzer
interessiert keine Emigrantenschicksale, und
niemals sind ihre Bilder von der Wehmut der
alten Welt durchtränkt. Der Blick der
Malerin ist unverstellt nach vorne
gerichtet.
Die alte, verlassene Welt trägt sie dennoch
im Gepäck: Portraits aus den Wiener Tagen
hat sie in die Emigration mitgenommen. Die
meisten von ihnen sind namenlos, Menschen,
die ihr Interesse für die Dauer eines Bildes
erregt hatten. Mit diesen "Fremden" reist
Lisel Salzer durch Amerika, bis sie zuletzt
im Keller des Hauses in Seattle landen. Die
Entwurzelten lagerten dort unter Staub und
Ruß, bis sie nun auf ihre - hoffentlich
letzte Reise geschickt wurden: "Sie wollen
nach Hause" hat Lisel Salzer anläßlich der
Verschiffung gesagt.
Von diesen "Reisegefährten" der Emigration,
den letzten und den ersten Dingen soll die
Ausstellung berichten. Auch die Gefährten
ihres Lebens werden noch einmal versammelt:
Die Familie: Ihre Eltern, ihr Mann Fritz
Großmann und die Cousine Hedda Salzer -
Bauersax. Die Freunde, Bettina und Georg
Ehrlich, Hilde Spiel, Trude und Erich Zeisl,
Edith Hückel und Steffi Fleischmann. Die
Kollegen: Josef Dobrowsky, Sergius Pauser
und Ernst Huber. Sie alle hat Lisel Salzer
überlebt. |
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Heimat, Fremde und Exil
(2002) |
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Sergius Pauser Strobl, 1936 Kunsthandel Runge, Linz |
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Ausgehend von der
politisch-historischen Entwicklung der Jahre
1927-1938 wird der künstlerische Werdegang jener
Künstler verfolgt, die sich jeden Sommer in
Zinkenbach am Wolfgangsee trafen. Die drei
Schlagwörter „Heimat, Fremde und Exil“ umreißen
nicht nur die wichtigsten Lebensstationen der
einzelnen Maler, sondern vermitteln ein
umfassendes Bild einer gesamten Generation.
In der Malerei stellt sich als zentrales und
auch thematisch aussagekräftigstes Sujet die
Landschaftsmalerei dar. Sie spiegelt das Umfeld
und seine geographische Situation wieder. In
Verbindung dazu steht der jeweilige Hinweis auf
die Lebenssituation des Einzelnen.
Notwendig erscheint vor allem die Unterscheidung
von Heimat als Lebensraum und Heimat als einem
immer stärker werdenden Ausdruck nationaler
Gesinnung, der schließlich bis zum politischen
Missbrauch reichte. Seit der Zeit des
Nationalsozialismus erhielt das Wort in
Deutschland und Österreich einen bitteren
Beigeschmack.
Die Maler der Zinkenbacher Malerkolonie hatten
zu diesem Thema allerdings andere Beweggründe.
„...es gibt noch immer die schöne Landschaft bei
uns in Österreich! Sie ist auch im Zeitalter der
Moderne nicht unmodern geworden. Idyllische
Marktplätze, Dörfer mit alten Häusern...ringsum
der Kirchplatz, ein liebliches Tal...Obstgärten
und kleine Mühlen vom Wasser getrieben, so ist
es, Gott sei Dank, noch bei uns. Da ich ein
Maler bin, der aus der Landschaft seine Bildidee
und Bildform holt, ist es leicht erklärt, warum
ich mich nach all den vielen Reisen in das
Ausland in meinem Land so wohl fühle.“ (Ernst
Huber, 1956/57)
Im Jahre 1938 verloren viele Österreicher ihre
Heimat. Dieser Verlust wurde für viele zwar zu
einer Frage des Überlebens, verstärkte aber
zugleich den Wunsch nach Zugehörigkeit. So
hegten etliche der ins Ausland geflüchteten
Intellektuellen lange den Wunsch in die Heimat
zurückzukehren, um hier als ein integrierter
Bestandteil der Gesellschaft aktiv sein zu
können. In dieser Gruppe entstand ein sehr
ambivalentes Verhältnis das Alfred Polgar so
zusammenfasste: „Die Fremde ist nicht Heimat
geworden. Aber die Heimat Fremde.“
Andere wiederum konnten in der Heimat bleiben.
Sie arrangierten sich mit den neuen
Verhältnissen und konnten weiter ihrer Tätigkeit
nachgehen. Ernst Huber, Ferdinand Kitt, Sergius
Pauser und Ernst August Freiherr von Mandelsloh
setzten so ihre Karriere fort.
„Es ist schön als Österreicher geboren zu werden
und es ist schön als Österreicher zu sterben!
Aber was macht man dazwischen?“ Mit dieser
Aussage umschreibt Anton Kuh sehr präzise die
Lebensumstände und den Zwiespalt von Künstlern
der Zwischenkriegszeit.
Die Fremde bedeutete für viele Künstler in
erster Linie noch immer die obligaten
Studienaufenthalte im Ausland. Das Sammeln neuer
Eindrücke, das Kennenlernen anderer
Künstlerkollegen und fremder Kulturen und der
Blick auf interessante Landschaften sollten den
Maler beeindrucken, sein Können schulen sowie
seine Individualität fördern. Das Fremde und
Neue wurde hier ausschließlich positiv
verstanden und diente der Formung der eigenen
Persönlichkeit. Es weckte das Interesse und
regte zu Ideen an.
Man bereiste Italien, Frankreich und England
nicht nur wegen der reizvollen Motive, sondern
suchte auch nach potentiellen Auftraggebern. Für
einige der Maler bedeuteten diese Aufenthalte
die Möglichkeit bereits Kontakte zu knüpfen, die
Ihnen besonders nach 1938 nützlich sein konnten.
Georg Ehrlich erhielt 1937 einen Auftrag in
London und nutzte beispielsweise diesen
Aufenthalt um nicht mehr nach Österreich
zurückzukehren. Sein Frau Bettina folgte ihm
nach.
Als einen Globetrotter könnte man Ernst Huber
bezeichnen, der neben den klassischen
Reisezielen auch Dänemark, Nordafrika, Amerika
und Kuba besuchte.
Waren Reisen vor 1938 für die Künstler eine
Frage des Interesses wurden sie nun die einzige
Möglichkeit um zu überleben. Der große Exodus,
der einsetzte, traf den Zinkenbacher Malerkreis
im Kern und führte zu seinem Zerfall. Viele
mussten Österreich aus rassischen Gründen
verlassen.
Georg Merkel emigrierte mit seiner Frau Luise
Merkel-Romée nach Frankreich und war gezwungen,
dort teilweise im Untergrund zu leben. Dem
Ehepaar Ehrlich erging es ähnlich. Einen
aussergewöhnlichen Weg schlug Bettina Ehrlich
ein, die ihren Lebensunterhalt überwiegend durch
die Produktion von Kinderbüchern bestritt. Unter
dem Pseudonym Bettina zeichnete sie sowohl für
Texte als auch Illustrationen verantwortlich.
Jedoch nicht nur der Antisemitismus veranlasste
Menschen ihre Heimat zu verlassen. Einige
Künstler wurden mit einem Malverbot belegt oder
als entartet verfemt. So ging Ludwig Heinrich
Jungnickl 1938 freiwillig ins Exil und kehrte
erst 1952 wieder zurück.
Die Entwurzelung, die Hoffnung auf ein baldiges
Ende der Situation und die immer wiederkehrende
Hoffnungslosigkeit lässt sich in zahlreichen
Texten wiederfinden. Die innere Zerrissenheit
der Betroffenen lässt sich nur erahnen.
Der Verlust ist jedoch keineswegs einseitig.
Eine künstlerische wie intellektuelle Elite
verließ Österreich und hinterließ eine Lücke die
nur schwer zu schließen ist. Bilder von
emigrierten Künstlern sind nur schwer zu finden.
Andere Maler kennt man nicht mehr. Lisl Salzer
beispielsweise, die erst 2005 in Seattle starb,
ist hier beinahe völlig unbekannt.
Unsere Aufgabe ist es nicht nur, uns an der
Kunst dieser Menschen zu erfreuen, sondern wir
sind aufgefordert das Leid dahinter zu erkennen. |
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Auftakt
(2001) |
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Ferdinand Kitt
Selbstportrait, 1955
Moderne Galerie, Rupertinum |
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Die erste Ausstellung widmete
sich der Entstehung, Bedeutung sowie Umfeld und
Zerfall der Zinkenbacher Malerkolonie.
Als kleine Gruppe, die sich alljährlich zur
Sommerfrische traf, spiegelt sie die
unterschiedlichen Tendenzen in der Kunst der
Zwischenkriegszeit wieder und auch den Versuch
eine Neuorientierung zu finden. So
unterschiedlich jeder einzelne der Künstler war,
die sich um die zentrale Figur Ferdinand Kitt
sammelten, so verschiedenartig waren die
malerischen Temperamente. Wesentliches,
gemeinsames Merkmale ist die Hinwendung zur
Landschaftsmalerei und der Versuch in dem
bäuerlichen Umfeld das Leben einfacher zu
gestalten.
Anders als bei einigen Künstlergemeinschaften,
die außerhalb Wiens entstanden, trat die
Zinkenbacher Malerkolonie nicht als geschlossene
Organisation auf, die durchwegs eine
einheitliche künstlerische Linie vertrat,
sondern gab sich als Freundeskreis. Entspannt
und fröhlich, so schildert es das Blödelalbum,
verbringt man hier noch gemeinsame Zeit, obwohl
man eigentlich politisch und sozial nicht
unterschiedlicher sein könnte. Im „Malschiff“,
wie sich die Gruppe gerne selbst bezeichnete,
waren Persönlichkeiten aller
politisch-soziologischen Strömungen der Zeit
vertreten. Politisch Geduldete und Verfolgte,
völkische, kommunistische, selbst
nationalsozialistisch eingestellte Künstler
verbrachten ihre Zeit am Wolfgangsee. „Arier“
und „Nichtarier“ setzten sich hier noch in ein
Boot. |
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Rupertinum -
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