Louise Merkel-Romée

Louise Merkel-Romée wurde als Libussa (Ludwika) Rosenblum am 30. Jänner 1888 in Krakau geboren. Ihr älterer Bruder studierte an der Krakauer Akademie, ob sie selbst auch dort war, ist nicht bekannt. Von 1903 bis 1905 nahm Merkel-Romée jedenfalls privaten Unterricht in Zeichnen und Malen bei ihrem späteren Ehemann Georg Merkel. Nur drei Jahre später, 1908, heiratete das Paar und reiste nach Wien. Im selben Jahr übersiedelten sie zusammen nach Paris und die Künstlerin nahm den Namen Merkel-Romée an. Bis 1914 verweilten sie dort, danach übersiedelten sie nach Wien. 1919 trat sie dem Hagenbund als „korrespondierendes Mitglied“ bei und fand schnell Zugang zur Künstlergesellschaft.

Die Künstlerin war eines der ersten weiblichen Mitglieder des Wiener Hagenbundes. So wurde sie von 1925 bis 1938 als außerordentliches Mitglied in den Akten geführt. 1931 beteiligte sie sich mit einigen Werken an der Ausstellung Wiener Frauenkunst. Dabei lernte sie Bettina Bauer-Ehrlich und Lisel Salzer kennen. Im Jahre 1932 verbrachte sie daher die Sommerfrische mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Sohn in Zinkenbach.

Drei Monate nachdem Georg Merkel 1938 nach Paris geflüchtet war, konnte sie mit ihrem Sohn folgen. Von 1940 bis 1945 lebte die Familie in Frankreich im Untergrund, zuerst in Paris, danach in Montauban. 1948 zog sie nach Cagnes-sur-Mer, 1951 konnte sie zurück nach Paris ziehen. In den 1950er und 1960er Jahren nahm Louise Merkel-Romée ihre Ausstellungstätigkeit in Paris wieder auf.

1972 kehrte das Ehepaar Merkel auf Einladung von Bundeskanzler Bruno Kreisky nach Wien zurück.

Louise Merkel-Romée verstarb am 15. August 1977 in Wien.