Lisl Weil wurde als Ilse Elisabeth Weisz am 22. Juni 1910 in Wien geboren. Ab 1919 besuchte sie die Čižek-Jugendkunstklasse und von 1926 bis 1930 die Kunstgewerbeschule des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie. Dort wurde sie auch mit dem Eitelberger-Preis ausgezeichnet. 1929 erschienen die ersten Illustrationen im Magazin Die Bühne, einer Wochenschrift für Theater, Film, Mode, Kunst, Gesellschaft und Sport.

Die Freundschaft zur Malerin Lisel Salzer führte zu gemeinsamen Reisen mit „Rucksack und Skizzenbuch“ unter anderem auch nach Zinkenbach. Dabei entstanden zahlreiche Zeichnungen und Aquarelle, die sie in zwei gemeinsamen Ausstellungen, 1936 und 1937, präsentierten.

Nach ersten Ausstellungserfolgen wurde ihre beginnende Karriere durch den „Anschluss“ 1938 jäh unterbrochen und so erschien im Februarheft 1938 die letzte Zeichnung von Lisl Weil. Vor ihrer endgültigen Abreise nach Amerika verbrachte sie ein Jahr in den Niederlanden, wo sie für eine Theatergruppe als Bühnengestalterin tätig war.

1939 erreichte sie mit ihrer Schwester und deren Sohn Amerika. In einem Geschäft für Trachtenmoden in der 5th Avenue in New York, das von einem Mitglied der Salzburger Modefirma Lanz eröffnet wurde, konnte Weil als Schaufensterdekorateurin arbeiten und so in den Vereinigten Staaten Fuß fassen. Ebenfalls in New York lernte sie kurz nach ihrer Ankunft Julius Marx kennen. Nach ihrer Heirat nahm die Künstlerin die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Durch ihren Mann kam Lisl Weil zur Kinderbuchillustration, 1946 erschien das erste von ihr illustrierte Kinderbuch. Insgesamt 100 Kinderbücher wurden von ihr nicht nur illustriert, sondern zum Teil auch selbst geschrieben.

Durch die Illustrationen war es ihr als begeisterte Musikliebhaberin möglich, gemeinsam mit den New Yorker Philharmonikern sogenannte Young People´s Concerts zu geben und dadurch einer jungen Generation klassische Musik näherzubringen. Parallel zu den Konzerten gestaltete Weil überdimensionale Bilder, welche die Inhalte der Musik interpretieren sollten. 30 Jahre begleitete sie diese Aufführungen, die unter der Leitung von Moritz Schindl auch verfilmt wurden und die Künstlerin nicht nur beim Malen zeigen, sondern auch beim Ausdruckstanz. Beispielhaft ist der Film Sorcerer’s Apprentice von 1962, der noch heute als ein wesentliches Werk amerikanischer Fernsehgeschichte gilt.

Lisl Weil verstarb am 6. Februar 2006 in New York.