Georg Merkel wurde am 5. Juni 1881 in Lemberg in der heutigen Ukraine geboren. Nach dem Besuch der Realschule verdiente er seinen Lebensunterhalt durch das Malen von Dekorationen, bis er im Jahre 1903, durch die Unterstützung eines Freundes, an der Akademie der Bildenden Künste Krakau das Studium der Malerei beginnen konnte.

Bereits 1904 erhielt er seine erste Auszeichnung, die Silberne Medaille der Akademie. Ein Jahr nach seiner ersten Reise in den Westen, nach Paris im Jahre 1905, schloss er das Studium in Krakau ab.

1908 heiratete er Louise Rosenblum, später Romée, die mit ihm bis 1914 nach Paris ging. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges zog er mit seiner Frau nach Wien. Von 1915 bis 1917 leistete er freiwillig Militärdienst bei der österreichischen Armee. Dabei erlitt er eine schwere Kopfverletzung, durch die er für mehrere Monate erblindete und ihn erst 1917 seine künstlerische Tätigkeit wieder aufnehmen ließ.

1919 trat Merkel dem Hagenbund bei, wodurch er das Ehepaar Ehrlich kennenlernte und mit ihm und seiner Ehefrau 1932 nach Zinkenbach zu Ferdinand Kitt kam. 1934 wiederholten sie die Sommerfrische am Wolfgangsee.

Im August 1938 emigrierte Georg Merkel nach Paris, wurde aber im September 1939 in das Internierungslager Camp du Vernet gebracht. 1940 durfte er das Lager verlassen und musste sich nach Montauban begeben. Obwohl er mit seiner Frau dort zeitweise als „U-Boot“ leben musste, blieben sie über das Ende des Weltkrieges hinaus.

1948 erhielt Georg Merkel die französische Staatsbürgerschaft. 1951 zog das Ehepaar Merkel zurück nach Paris. 1961 wurde dem Künstler der Professorentitel verliehen, er erhielt den Preis der Stadt Wien und wurde Ehrenmitglied des Künstlerhauses und der Wiener Secession. 1972 zog er mit seiner Ehefrau wieder nach Wien. Ein Jahr zuvor, 1971, wurde Georg Merkel das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen.

Georg Merkel verstarb am 24. November 1976 in Wien.