Ferdinand Kitt wurde am 22. November 1887 in Wien geboren. Von 1907 bis 1914 studierte er Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Rudolf Bacher. Gleichzeitig widmete er sich der Kunstgeschichte an der Universität Wien. Im Jahre 1914 unternahm er zusammen mit seinem Lehrer Bacher und Josef Dobrowsky eine Italien-Reise, welche ihn nach Rom, Ravenna und Venedig führte.

Bereits 1913 erhielt Kitt den Kaiserlichen Ehrenpreis der k. u. k. Akademie der bildenden Künste. Von 1914 bis 1918 leistete er Kriegsdienst in der Artillerie und heiratete 1916 Maria Leifer. 1919 wurde Kitt Mitglied der Wiener Secession. 1925 erhielt der Künstler die Goldene Staatsmedaille. Darauffolgend wurde Kitt für drei Jahre Präsident der Wiener Secession.

Ab 1927 wurden regelmäßige Treffen von Kitt mit seinen Freunden Josef Dobrowsky, Ernst Huber, Sergius Pauser und Franz von Zülow als Neumark-Runde oder Kreis der Fünf bekannt. Diese Zusammenkünfte setzten sich in Hirschbach in Oberösterreich und ab 1932 in Zinkenbach fort, nachdem Ferdinand Kitt und seine Frau um 1926 die Gegend am Wolfgangsee für sich entdeckt hatten.

Von 1928 bis 1944 war Kitt als Lehrer an der Wiener Frauenakademie tätig. 1937 erhielt der Künstler die Ehrenmedaille für bildende Kunst. 1939 wurde Kitt Mitglied der Münchener Secession, im selben Jahr trat er dem Künstlerhaus bei. Nach Ausbombung seines Ateliers in Wien 1944 übersiedelte er nach Gschwand an den Wolfgangsee.

1960 erhielt Kitt den Großen Österreichischen Staatspreis.

Kitt war Porträtist, Figuren-, Landschafts- und Stilllebenmaler. Schon früh wandte er sich auch der Monumentalmalerei und dem Fresko zu. Vom Expressionismus kommend, zeigte er in den dreißiger Jahren eine der Neuen Sachlichkeit nahestehende Gestaltungsweise. Mit den bewegten Kompositionen späterer Jahre näherte er sich wieder dem reinen Expressionismus an.
Ferdinand Kitt verstarb am 5. Februar 1961 in Wien.