Alfred Gerstenbrand

Alfred Gerstenbrand wurde am 18. Februar 1881 in Wien geboren. 1899 studierte er ein Jahr an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Willibald Schulmeister, ehe er ins Finanzministerium wechselte. Ab 1903 bildete er sich künstlerisch mit Hilfe seiner Freunde von der Kunstgewerbeschule fort.

Dies führte 1906 zu seinem ersten gemeinsamen Atelier mit Anton Kling und Hans Kalmsteiner. 1907 schloss sich Gerstenbrand der Klimt-Gruppe an und stellte mit ihr 1908 in der Wiener Kunstschau aus. Ab 1914 nahm er auch an Ausstellungen in der Wiener Secession teil, deren Mitglied er von 1918 bis 1939 war.

Während des Ersten Weltkrieges wurde er unter anderem als Kriegszeichner eingesetzt. 1919 trat er vorzeitig in den Ruhestand, um ein Jahr später als freischaffender Kunstmaler tätig zu sein. 1923 verbrachte er den Sommer erstmals in Mondsee und im selben Jahr folgte ein erster längerer Aufenthalt in St. Gilgen.

1935 wurde Alfred Gerstenbrand der Professorentitel verliehen. Sein größtes Werk, eine Pferdeschlittenfahrt, entstand 1938 im Sporthotel in Saalbach als monumentale Wandmalerei.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde er erneut als Kriegsmaler eingesetzt. 1939 wurde er Mitglied des Künstlerhauses und stellte dort auch im selben Jahr aus. 1946 kaufte Alfred Gerstenbrand das Sommerhaus von Quincy Adams in St. Gilgen.

1951 wurde dem Künstler zum 70. Geburtstag der Goldene Lorbeer des Künstlerhauses verliehen. Vier Jahre später erhielt er den Ehrenpreis der Stadt Wien und 1968 die Große goldene Ehrenmedaille des Wiener Künstlerhauses für das Gesamtwerk.

Gerstenbrand zeichnete sich durch Vielseitigkeit und hohes zeichnerisches Können aus, das ihn auch zum treffsicheren Porträtisten werden ließ. Die Vielseitigkeit, durch die sein gesamtes künstlerisches Schaffen geprägt ist, führte zu einem beachtlichen Œuvre, in dem Porträts, Landschaften und Genremalerei ebenso vertreten sind wie humorvoll-karikierende Auseinandersetzungen mit Volkstypen.

Alfred Gerstenbrand verstarb am 7. Jänner 1977 in Melk.